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    Franz Elchinger und Christian Jilge gewinnen souverän die Jubiläumsregatta "20 Jahre Segeln im TSV Ramsberg"

    Ein subjektiver Bericht des Organisators und Mitseglers


    Die Vorbereitungen
    Traditionell verantstaltet der TSV Ramsberg bereits seit einigen Jahren im Juli seine vereinsinterne Sommerregatta mit anschließendem Sommerfest, und ebenso lang organisiere ich diese.

    Dieses Jahr war es aber alles etwas anders:
    ./images/system/pfeil.gif Wir haben im Rahmen der Segelgemeinschaft Brombachsee eine Kooperation mit der WAB und dem TSV-Wendelstein,
    ./images/system/pfeil.gif die Sparte hat eine neue Führung
    ./images/system/pfeil.gif und besteht dieses Jahr eine runde Zahl von Jahren, nämlich 20;
    ./images/system/pfeil.gif und da meinte Thomas, man müßte eine besondere Regatta, eine Spassregatta machen.

    Die WAB hatte schon mal was Ähnliches, was damals großen Spass gemacht hat, und in meinem Verein zu hause veranstaltet die Leichtathletikabteilung seit Jahren eine sportliche "Rallye" (allerdings an Land), an der ich öfters gerne teilgenommen habe.

    Das Segeln selbst müsste natürlich der Hauptteil sein, daneben schienen einige theoretische Fragen und praktische Übungen geeignet, und eine andere wassersportliche wäre sicher auch ganz gut. Die Hoffnung war natürlich auch, einige Segler zu gewinnen, die an den "Leistungsregatten" nicht (mehr) teilnehmen. Nachdem alle von der Idee überzeugt waren, ging es ans konkrete Planen und auch Software erstellen, damit die doch etwas kompliziertere Auswertung als bei normalen Regatten auch zeitnah erfolgen konnte.

    Auch Ausschreibung und Werbung für die Regatta musste durch persönliche Ansprache, Anschreiben, Presse, Auslage in den Vereinsheimen natürlich gemacht werden.

    Natürlich war klar, dass ich als Organisator nicht mitsegle, da ich die Fragen ja alle schon kenne. Auch einige andere aktive Segler im Verein mussten zur Organisation eingeteilt werden. Im Vorfeld deutete sich hier jedoch ein Problem an: Trotz der intensiven Werbung kamen nur nur wenig Voranmeldungen, was natürlich auch daran lag, das die WAB, die Frankonia und der 1.WSC eigene Veranstaltungen an diesem Tage hatten und damit in gewissem Umfang entschuldigt sind.

    Am Morgen der Regatta war dann klar, dass alle, die bei der Organisation entbehrlich sind, mitsegeln "müssen", um ein ordentliches Feld zusammen zu bekommen, denn auch aus dem eigenen Verein fehlten einige, und von unserem Partnerverein TSV Wendelstein war kaum jemand zu sehen, insbesondere keine Regatta-Teilnehmer. Dies muss sicher in der nächsten Zeit nochmals diskutiert werden.

    Also alle Segler aktivieren und die Organisation mit einem Minimalaufwand durchführen, war die Losung, und so kamen dann doch noch einige Boote zusammen. Arthur erklärte sich bereit, mit mir zu segeln mit der Massgabe, alle Zusatzaufgaben zu lösen, denn ich kannte ja schon alle Antworten. Beim Durchschnittsalter schlagen wir schon mal sicher alle um Längen.

    Mir als begeistertem Regattasegler war die Lösung natürlich durchaus recht, denn der die ganze Woche schon blasende heftige Wind versprach ein Segelvergnügen besonderer Art (bei der Mittwochregatta bekam man schon einen Vorgeschmack). Vorsorglich hatte ich wegen der Bedingungen schon mal die reffbaren alten Segel ausgewählt.

    Der Wettkampf
    Ab 13:00:00 Uhr dann der Känguruh-Start aus der Bootshalle der WAB (angeschossen mit schweren (Böller-)Kaliber von einem Schützen des Schützenvereins), zunächst mit dem nominell langsamsten Boot, der Gruben Gipsy Star von Marcus Hofmann und Simone Mayer von der WAB, und 4 Minuten später dann wir, Arthur und ich. Aus dem Hafen ging es noch ganz gemütlich, so dass ich auch nicht merkte, dass die Fockholepunkte vom Mittwoch her ziemlich verstellt waren. Nach der Hafenausfahrt traf uns dann unvermittelt der harte böige Wind (im Nachhinein konnten in der Spitze 7 Bft. an der Hafeneinfahrt und sicher 1 Bft. höher mitten auf dem See im Internet abgelesen werden), und die falsch eingestellten Segel schlugen. Also Fockholepunkte nach hinten und Unterliek des Grossegels straff ziehen. War aber einfacher gesagt als getan. Arthur, der seit 4 Jahren nicht mehr gesegelt ist und mit meinem Boot noch nie, war vor eine ziemliche körperliche Herausforderung gestellt. Nur wer selbst segelt, weiss, welche Kräfte ein Wind der Stärke 6 in den Segeln entfachen kann. Wegen des Lärms gab es auch kaum eine akustische Verständigung. Nach ca. 5 Minuten waren wir dann einigermassen klar, so dass das Rennen beginnen konnte. Zwischenzeitlich war aber schon das 5 Minuten später gestartete nächste nominell schnellere Boot, die Monas mit Franz als Steuermann und Christian als Vorschoter aus dem Hafen ("Mist, schon die ganze Yardstick-Vorgabe vor unserem voraussichtlich härtesten Gegner verspielt"). Also mit Konzentration Absberg als ersten Anlaufpunkt anpeilen.

    Nachdem das Boot dann einigermassen lief, muss Arthur die Fragen beantworten, was aus 2 Gründen nicht ganz so einfach war: Bei dem Wind war es ganz schön schwierig, das Papier aus der Tülle zu nehmen und zu halten und auszufüllen, und wieder einzupacken, und dass Arthur wenig gesegelt ist, wirkt sich auch aus; und ich habe mich zum Stillschweigen verpflichtet. Dann schon der Steg Absberg voraus mit Marion als Kontrollposten. Eigentlich soll Arthur im Vorbeifahren die Fragebögen mit Marion austauschen, aber ein Boot hat am Kopfsteg festgemacht und steht im Weg, so dass dies nicht geht, Also ein Aufschiesser. Aus dem richtigen Winkel mit der richtigen Geschhwindigkeit anfahren und hoffen, dass es passt. Aber Franz mit seiner Monas hat was dagegen, und schiebt sich neben mich, und beiden geht etwa 1 Meter vor dem Ziel der Speed aus. Also langsam abfallen, Franz und die anderen im Hafen liegenden Boote nicht rammen und einen neuen Anlauf machen. Franz ist schneller und schafft es vor mir. Im 3 Anlauf klappt es nach geänderter Taktik auch bei uns (hätten wir gleich so machen sollen).

    Also weiter zum nächsten Kontrollpunkt, Enderndorf. Franz ist schon ziemlich weg, und aus Erfahrung weiss ich, dass ich Vorwind die schnellere Monas kaum mehr einholen kann. Die Gipsys Star ist noch deutlich weiter vorne. Arthur beantwortet wieder die Fragen und vor dem Wind geht es mit voller Geschwindigkeit in den Hafen von Enderdorf mit Thomas als Kontrolleur. Diesesmal mit voller Geschwindigkeit am Steg vorbei. Der Papieraustausch klappt überraschenderweise und es geht weiter nach Pleinfeld. Fast ein Vorwindkurs.

    Einige Melges tragen zum gleichen Zeitpunkt eine internationale Ranglistenregatta aus und fahren nebeneinander mit vollem Risiko und gesetztem Genacker auf Vorwindkurs. Ein imposantes Bild. Schade, dass ich meine Kamera nicht dabei habe. Aber die Hände hätte ich ja eh nicht frei gehabt (später erfahren wir, dass eine Melges einen Mastbruch hatte).

    Wenn ich Franz noch einholen will, sollte ich jetzt auch den Genacker setzen, aber ich traue mich dann doch nicht. Bei uns wenig eingespieltem Team wäre das auch sicher schief gegangen. Also mit über 7 Knoten, d.h. 1 Knoten über Rumpfgeschwindigkeit, quer über den See. Arthur rätselt über dem neuen Fragebogen.

    Bodo erwartet uns an der Pleinfelder Steganlage, die von der Monas und der Gipsy Star schon passiert wurde. Um keine Zeit zu verlieren volle Pulle Vorwind an ihm vorbei, Dabei ganz haarscharf am Steg. Die Übergabe klappt tatsächlich, aber eine Welle erfass mein Boot und wirft es gegen den Steg. Es rumst ganz schön. Obs einen Schaden gab, müssen wir später sehen. Bodo ruft noch was, aber bei dem Lärm ist nichts zu verstehen. Also Halse und wieder auf Kreuzkurs. Ein ganz schönes Stück weg sind die beiden vorausfahrenden "Gegner". Also letzte Gelegenheit, uns zu verbessern: Segel voll dicht und als Folge extreme Schräglage, aber wir segeln enorme Höhe (das Doppelruder der First 210 bewährt sich). Nach der Theorie müsste man eigentlich reffen, um aufrechter zu segeln, aber reffen bei dem Wind ist auch nicht einfach und ich kenne mein Boot und handle nach der Maxime, "wer refft verliert". Arthur verspannt sich ab und zu zwar etwas, sagt aber nichts. In der Tat holen wir gut auf und für die Gipsy müsste es noch langen. Arthur quält sich wieder mit den neuen Fragen.

    Es muss noch die Boje vor dem Hafen umrundet werden, die nach Plan so positioniert werden soll, dass die geplanten 2 Stunden Segelzeit zusammen kommnen, bzw. damit die vorausberechneten Yardstickvorgaben "gerecht" sind. Wir sind schneller als geplant, also müsste eine Verlegung erfolgen. Thomas ist aber noch an seiner Kontrollstelle in Absberg festgehalten, da dort noch nicht alle durch sind. Gerade noch rechtzeitig sehe ich ihn mit dem Motorboot an fahren, die Tonne vor uns aufnehmen und in die richtige Richtung verlegen. Als wir näher kommen, sehen wir noch eine 2. Tonne in der Nähe, die aber zu den Melges gehören muss. Wir entscheiden uns für die Richtige, wie sich später zeigt.

    Zwischenzeitlich konnten wir die Gipsy Star auf der langen Kreuz überholen, aber Franz ist plötzlich weg. Wenig Zeit später kommt er wieder aus der Hafeneinfahrt und nimmt erneut Kurs auf. Er hat wohl kurz die Orientierung verloren und vorzeitig den Hafen angesteuert. Da er annimmt, dass ich den Kurs weiss, hält er sich an uns. Ich komme von der bevorrechtigten Bachbordseite auf die Tonne zu und hätte Vorfahrt vor Franz. Es könnte knapp werden, und das wird es auch: Kurz vor uns wendet Franz regelgerecht, erreicht die Inneposition im 2-Längenkreis und damit die Vorfahrt an der Tonne. Ich muss aussen herum und verliere dadurch etwas Zeit.

    Auf der Fahrt zum Hafen fahre ich direkte Linie, Franz geht etwas auf den See hinaus. Kurze Zeit sieht es so aus, als ob ich ihn noch schlagen könnte, als er aber mit raumem Wind und vollen Segeln wieder auf die Hafeneinfahrt zusteuert, bekommt er soviel Fahrt, dass er an uns vorbeizieht. Auch hier hätte nur der Genacker wieder geholfen. Es wird ein knapper Einlauf nach 2 Stunden heftigem Segeln.

    Im Hafen geht es dann (jetzt endlich ruhig) zum Gaststeg, wo Carl mit der nächsten Aufgabe, dem "Knoten binden", wartet. Arthur bemüht sich, aber von 5 klappen nur 2. Noch kommt die letzte Aufgabe, das Paddeln mit dem Optimisten. Nachdem alle Boote eingetrudelt sind, also zum "Matchrace" mit dem Nachwuchs-Boot.

    Die erste Paarung: Die Gipsy-Besatzung Marcus und Simone (sie versuchen es zu zweit) gegen Arthur. Arthur schlägt sich gut und ist nahe dran. Dann übertreiben es Marcus und Simone und gehen baden. Arthur gewinnt souverän. Dann die anderen Paarungen. Kurt ist der Schnellste dicht gefolgt von Peter und Hheiner. Uns reicht es zum ehrenvollen 6. Platz in dieser Disziplin.

    Dann kommt noch meine eigentliche Aufgabe: Die Auswertung der vielen Daten. Glücklicherweise habe ich für das Ganze im Vorfeld eine Software erstellt, so dass die Ergebnisse rechtzeitig zusammen mit gedruckten Urkunden fertig ist, für einen älteren Herrn wie mich ganz schön Stress.

    Zum Abschluss der Regatta und Beginn der Fetsveranstaltung dann das "Abschiessen" des Schützenvereins mit den Vorderlader-Böllern. So hat es im Segelzentrum wahrscheinlich noch nie gekracht (und gequalmt). Dann endlich kommt der gemütliche Teil.

    Das Ergebnis

    Wie angekündigt, zählt das Segeln 50%, das Paddeln 25% und die Fragen mit Knoten knüpfen zusammen auch 25%. Alle Einzelpunkte zusammengezählt ergibt das Gesamtergebnis:

    ../images/Jubilaeum60.jpg

    Franz und Christian siegen deutlich und überlegen, der Berichterstatter mit Arthur kann seinen 2. Platz halten, und auch Marcus und Simone trotz Wasserbad beim Paddeln ihren 3. Platz. Auf den hinteren Plätzen ist es aber ganz eng.

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    Die Ersten,

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    die Zweiten (Arthur fehlt)

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    die Dritten

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    die letzten Sieger

    ./images/Jubilaeum26.jpg
    und das obligatorische Siegerfoto mit Spartenleiter


    Aber das Ergebnis ist ja eher zweitrangig. In erster Linie sollte es ja Spass machen, und den hat es nach Aussagen aller. Insbesondere das Segeln mit Bft 7 wird sicher in Erinnerung bleiben. Und natürlich ist auch die Frage einer Wiederholung im nächsten Jahr aufgetaucht. Müssen wir im Ausschuss mal diskutieren.

    Wir bedanken uns für die Unterstützung insbesondere beim Schützenverein Ramsberg. Ebenso bedanken wir uns bei Herrn Traublinger (Ramsberger Bauernbrot), der die Semmeln gespendet hat.

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